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Hearo: Helfer am Berg und in der Hörkabine
DAS MAGAZIN VON NEUROTH

TEIL 1 DER SERIE "HEARO – HELDEN DES HÖRENS"

Helfer am Berg und in der Hörkabine

Autor

Elena Barnard

Neuroth

17.01.2020

Anderen zu helfen wurde Andreas Grill offenbar bereits in die Wiege gelegt: Wenn er nicht gerade als Hörakustiker arbeitet, ist das Neuroth-Urgestein in luftigen Höhen unterwegs – als Bergretter. Teil 1 unserer neuen Porträt-Serie „Hearo – Helden des Hörens“, in der wir Mitarbeiter und Kunden von Neuroth mit einer besonderen Hörgeschichte vor den Vorhang bitten.

Den Menschen Lebensqualität zu schenken, das ist es, was die beiden Berufungen von Andreas Grill verbindet: Wenn jemand am Berg verunglückt, ist er mit der Bergrettung zur Stelle. Wenn jemand wieder besser hören möchte, steht er als Hörakustik-Meister im Haus des Hörens in Graz (Österreich) mit seiner Expertise zur Seite.

„Technik und Mensch vereinbaren, so einen Job wollte ich immer haben“, sagt Andreas. Seit 1994 ist er bereits als Hörakustiker bei Neuroth. Und er erinnert sich gerne an die Anfangszeit zurück: „Wir, einige Kollegen aus meiner Schulzeit und ich, haben uns damals beworben, weil wir uns einbringen konnten und etwas aufbauen wollten. Deshalb habe ich mit der Akustiker-Lehre begonnen. Eigentlich habe ich gar nicht geplant, dass ich so lange bleibe. Jetzt will ich nicht mehr weg“, sagt der 48-Jährige mit einem Schmunzeln.

Weg – das will Andreas auch von der Bergrettung nicht mehr: Mit 16 Jahren fing der Steirer seine Ausbildung mit einem Erste-Hilfe-Kurs an und bis heute – viele Kurse, Übungen und natürlich Einsätze später – ist er mit Herzblut in den Fischbacher Alpen als Bergretter tätig. „Mittlerweile bin ich seit 30 Jahren dabei, 18 davon als Gebietsleiter der Süd-Ost-Steiermark. Zu diesem Jubiläum habe ich auch das goldene Verdienstkreuz vom Land Steiermark bekommen“, erzählt er stolz.

Kommunikation als Um und Auf 

Ein gutes Gehör ist bei Andreas Grill nicht nur in seiner täglichen Arbeit gefragt, sondern auch bei der Bergrettung. „Kommunikation ist das Um und Auf bei einem Einsatz – nicht nur im direkten Dialog mit den Verunglückten, sondern auch in Bezug auf Hilferufe und im Einsatz mit den Kameraden“, sagt er, der sein Einsatzgebiet in- und auswendig kennt – und den ein oder anderen Einsatz auch schon von seinem Büro aus in Graz koordiniert hat.

Vor allem immer besser werdende Standort-Technologien von Smartphones, die sich ähnlich rasant weiterentwickeln wie Hörgeräte, erleichtern viele Rettungs- und Hilfeaktionen heutzutage enorm. Sofern die Geräte funktionieren: „Im Winter leeren sich die Akkus durch die Kälte leider sehr schnell. Wir können zwar noch versuchen, die Leute mithilfe des Reststroms der Geräte grob zu orten, aber direkte Kommunikation, ist dann leider keine mehr möglich. Das erschwert die Suche  natürlich.“

Eine Million als Ziel

Wie es sich für einen Bergretter gehört ist Andreas auch ein leidenschaftlicher Bergsteiger. Unzählige Höhenmeter hat er auf der ganzen Welt schon zurückgelegt. Vor kurzem bestieg er seinen höchsten Gipfel: den Huascaran Berg in Peru mit 6769 Metern. Aber auch für seine Arbeit bei Neuroth legt der umtriebige Hörakustik-Meister gerne weite Wege zurück. Eine Stunde pendelt er von seiner Heimat über Bruck nach Graz. Täglich. Hin und zurück. „Mit meinem Job in Graz habe ich auch angefangen, mein Auto selbst zu reparieren. Mittlerweile habe ich bestimmt jede Schraube schon mindestens zweimal in der Hand gehabt“, sagt er mit einem Grinsen im Gesicht, der sich selbst gerne große Ziele im Leben setzt. Nun hat das Neuroth-Urgestein ein besonderes im Visier: die Million Kilometer auf seinem Audi A4 Quattro – Baujahr 1999.

Aus dem Schrauben am Auto ist aus Kostengründen ein weiteres Hobby entstanden: Insgesamt hat Andreas mittlerweile sechs Autos zu Hause, von denen keines jünger als 15 Jahre ist. Unter den motorisierten Schätzen befinden sich auch zwei echt Oldtimer, an denen er am Wochenende fleißig werkt. Wenn die Motoren brummen, ist es wie Musik in seinen Ohren.

Apropos Musik. Ganz nebenbei ist Andreas auch noch selbst seit 40 Jahren Musiker. Seine Instrumentenspezialität: Klarinette und Schlagzeug. Für ihn ist die freitägliche Musikprobe der Kapelle seines Heimatortes der beste Ausgleich nach einer anstrengenden Woche.

„24 Stunden plus eine Nacht“

All das bringt man nur in einem Tag unter, wenn dieser „24 Stunden und eine Nacht“ hat – wie er selbst sagt. Und natürlich, wenn man mit Leidenschaft lebt. „Man möchte überall helfen und das ist es auch, was mir die Motivation bringt und warum ich nicht aufhören werde. Als Hörakustiker sehe ich zum Beispiel Kinder aufwachsen, die zu Beginn noch von ihrer Mama hereingetragen wurden und jetzt mit der festen Freundin kommen“, erzählt er.

Als Akustiker gibt er Menschen ein Stück Lebensqualität zurück – und bekommt dafür einiges zurück. So kommen oft ältere Kunden nach der Anpassung ihrer Hörgeräte zu Andreas und erzählen ihm voller Freude von ihrem zurückgewonnenen Hörvermögen – inklusive Verwunderung, warum sie nicht schon Jahre früher ihren Weg ins Fachinstitut gefunden haben. „Das sind die Momente, in denen man dann ganz genau weiß, dass alle die Bemühungen einen Sinn haben.“

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