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Das Abenteuer Hörgerät
DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Das Abenteuer Hörgerät

Autor

Isabella Zick

Isabella Zick

Neuroth

14.08.2020

Martin Stiegler ist Blogger, begeisterter Abenteurer, zweifacher Papa – und trägt Hörgeräte. Er erzählt von seiner Kindheit mit Hörminderung, geprägt von dem Gefühl, nicht dazuzugehören, und dem Weg zu seinem aktiven und erfüllten Leben mit Hörgeräten.

Es war eine viel zu spät entdeckte Mittelohrentzündung, durch die Martin als kleines Kind einen starken Hörverlust auf dem linken Ohr erlitt. Auch das rechte Ohr war in Mitleidenschaft gezogen, hier war es zum Glück aber nur eine leichte Hörminderung. Beim Spielen mit Freunden und in der Schule hatte er durch seinen Hörverlust oft das Gefühl, nicht dazuzugehören. „Das schlechte Hören war mein unsichtbares Stigma und leider wurde ich deswegen auch oft gehänselt“, erzählt Martin.

Wegen der Hörminderung zum Solosportler

Mit dem Sport hat Martin sein Hobby zum Beruf gemacht. Als Blogger berichtet er von Abenteuern auf der ganzen Welt. Dass er Solosportarten wie Trailrunning, Bergsteigen und Kitesurfen bevorzugt, ist kein Zufall: Weil ihm die Kommunikation im Team durch seine Hörminderung schwer fiel, sportelte er lieber allein. „Gerade bei Risikosportarten wie Freeriden oder Klettern muss eindeutig und klar kommuniziert werden, sonst kann es schnell lebensgefährlich werden“, erklärt Martin. Heute kann er diese Sportarten ausüben – dank seiner Hörgeräte.

Klettern mit Hörgeräten

Beim Klettern ist klare Kommunikation lebenswichtig – ohne Hörgeräte wäre dieser Sport für Martin unmöglich.

Von Eitelkeit und einem holprigen Start

„Ein Hörgerät ist etwas für alte Leute, so schlimm ist es eh nicht mit dem Schlecht-Hören“, rechtfertigte Martin seine Eitelkeit gegenüber Hörgeräten oft. Schließlich regte ihn eine Beziehung, die aufgrund der schlechten Kommunikation durch seine Hörminderung gescheitert war, zum Umdenken an.

Unkompliziert – so beschreibt er den Weg zum Hörgerät. Nach einem Besuch beim HNO-Arzt, der ein Attest für einen Hörakustiker ausstellte, saß er beim Optiker ums Eck. Dieser hatte auch eine Zusatzausbildung zum Akustiker gemacht und war die erstbeste Lösung. „Er war neu im Beruf und ihm fehlte die Erfahrung und das technische Verständnis, um mein Hörgerät korrekt anzupassen. Ich hatte viele Probleme mit Rückkoppelungen, die sich in lästigem lauten Piepsen bemerkbar machten“, erzählt Martin.

Nach monatelangem „Herumdoktern“ hatte er genug und ging zu Neuroth. „Bei Michael Hustedt im Fachinstitut in Dornbirn habe ich zum ersten Mal bemerkt, was für einen Unterschied ein guter Akustiker macht“, schwärmt Martin. Der Draht zwischen den beiden war so gut, dass Martin sogar auf Husteds Rat hörte und von Im-Ohr- auf Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte umstieg.

„Mit Hörgeräten hat sich mir eine neue Welt aufgetan!“

Martin ist leidenschaftlicher Sportler und hatte deshalb beim Anpassen seiner Hörgeräte sehr hohe Anforderungen. Beim Wandern und Bergsteigen unterstützt ihn ein 360°-Programm mit starker Windgeräusch-Unterdrückung.

Mann mit Hörgeräten und Kind in den Bergen

Mit seinen speziell angepassten Hörgeräten versteht Martin seine Tochter sogar, wenn er sie Huckepack trägt.

So kann er auch seine Tochter auf den Schultern tragen und ihre Stimme hören, denn normalerweise werden Geräusche von hinten eher unterdrückt. Damit er sich beim Trailrunning mit seinem Laufpartner unterhalten kann, wird die Sprache seitlich ebenfalls mehr verstärkt.

Seine Hörgeräte gehören mittlerweile zu ihm und er trägt sie ohne falsche Scham. „Sie helfen mir in meinem Alltag weiter und ermöglichen mir ein kommunikativeres Leben. Ich bin nicht länger außen vor in Gruppengesprächen und tue mir leichter, auf Menschen zuzugehen.“ Wenn ihn Leute auf die Hörgeräte ansprechen, erzählt ihnen Martin, was moderne Hörgeräte alles können. So brachte er schon so manchen dazu, selbst über einen Hörtest nachzudenken.

 

Martins Tipps für die perfekten Hörgeräte

 

  1. Warten Sie nicht zu lange, bevor Sie sich Hörgeräte zulegen, sonst verlernen Sie das Hören bzw. Verstehen!
  2. Probieren Sie mehrere Hörgeräte und Technikklassen aus, damit Sie das richtige Modell für Ihre Anforderungen finden.
  3. Testen Sie die Hörgeräte in verschiedensten Alltagssituationen – zum Beispiel in ruhigen Räumen, Gruppensituationen, im Kaffeehaus oder bei Wind am Berg.
  4. Setzen Sie auf einen erfahrenen Akustiker, der gemeinsam mit Ihnen die perfekte Einstellung Ihrer Hörgeräte und die für Sie richtigen Zusatzprogramme findet.

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