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Auch Angehörige sind Betroffene

Wenn es um Überzeugungsarbeit geht, nehmen Angehörige eine wichtige Rolle ein (Bildquelle: Fotolia/Monkey Business)

Unter einer Hörminderung leiden nicht nur die Betroffenen selbst, sondern meist auch die Angehörigen. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig zu handeln. Das zeigt auch eine neue Studie.

„Was hast du gesagt?“, hallt es über den Tisch. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern dreimal. Bis die Jüngeren am Tisch die Augen überdrehen und sagen: „Ich glaube, du hörst schlecht!“ Eine Situation, wie sie wohl jeder schon einmal erlebt hat – wie zum Beispiel bei einer Grillfeier mit der Familie.

Eine Hörminderung ist meistens ein schleichender Prozess. Häufig sind es die Menschen im eigenen Umfeld, die zuerst bemerken, dass etwas mit dem Gehör nicht stimmt. Einfach lauter zu sprechen, hilft den Betroffenen meist nicht. Denn wer schlecht hört, kann meistens bestimmte Laute und Tonfrequenzen nicht mehr hören. Die Sprache wird undeutlich und klingt verschwommen. Oft fehlt jedoch das Eingeständnis, nicht mehr so gut hören wie früher zu können.

Konfliktpotenzial durch Missverständnisse
Wer unter einem Hörverlust leidet, muss sich also im Alltag vielen neuen Herausforderungen stellen: Die Kommunikation mit Familie und Freunden wird schwieriger. Oft ziehen sich Betroffene zurück, was unter anderem zu Depressionen führen kann. Eine Hörminderung wird aber auch für Angehörige zur Herausforderung, wie eine neue Studie aus Großbritannien zeigt.

Forscher der Universität Nottingham haben Angehörige befragt, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Dabei zeigten sich vor allem bei Paaren immer wieder Momente der Frustration. Grund ist, dass es vermehrt zu Missverständnissen kommt, die immer wieder Ärger auslösen. Dies führe wiederum in vielen Fällen zu einer Art Entfremdung. Der Studie zufolge versuchen viele Angehörige die zunehmende Schwerhörigkeit auszugleichen, indem sie kommunikative Aufgaben wie das Telefonieren übernehmen. Radio und TV werden sehr laut gestellt, obwohl sie eigentlich noch gut hören. Auf Dauer kann das die zwischenmenschliche Beziehung jedoch sehr belasten.

Auch die Psychotherapeutin Stephanie Häfele-Hausmann kann die Probleme aus der Praxis bestätigen: „Für beide Seiten ist die Situation schwierig. Die Kommunikation wird aufwendiger, so muss zu Beispiel manches wiederholt werden und damit steigt auch die Unzufriedenheit beiderseits. Viele Betroffene sagen manchmal aus guten Gründen auch nicht, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Als Partner muss man sichergehen, dass Menschen mit Hörminderung zum Beispiel Blickkontakt halten, um wirklich verstehen zu können. Das kann für alle Beteiligten sehr anstrengend sein.“

Verständnis zeigen und informieren

„Erklären statt belehren“ heißt laut Experten das Rezept. Geduld und Verständnis sind gefragt – auf beiden Seiten. Je früher eine Hörminderung entdeckt und mit Hörgeräten versorgt wird, desto besser ist es. Gewissheit über das Hörvermögen gibt ein unverbindlicher Hörtest, den man bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker kostenlos machen kann und zu dem man den Betroffenen als Angehöriger am besten begleitet.

Der nächste Schritt ist die Versorgung mit den richtigen Hörgeräten und vor allem das regelmäßige Tragen, um die Kommunikation im Alltag wieder zu erleichtern. Und was als Überzeugungshilfe möglicherweise auch hilft: Laut Studienergebnissen haben Hörgeräte das Leben der Betroffenen erheblich verbessert – und vor allem deren zwischenmenschlichen Beziehungen.

Was eine Hörminderung für Angehörige bedeutet

Wenn Menschen schlecht hören, muss sich auch das persönliche Umfeld auf die neue Situation einstellen. Das kann schnell belastend werden, wie auch eine Studie zeigt.