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Ohren unter Druck

Besser leben - das Magazin

Ohren unter
Druck –
Was wir beim
Tauchen wissen sollten.

01.08.2023

Tauchen ist zu Recht eine sehr beliebte Sportart. Sie ermöglicht uns, beinahe wortwörtlich, in eine neue Welt einzutauchen und sie zu entdecken. Doch unsere Ohren müssen wir bei dem großen Wasserdruck besonders schützen. Dabei hilft der berühmte Druckausgleich. Doch warum reagieren unsere Ohren so empfindlich auf Druck?

Wie Wasserdruck auf unsere Ohren wirkt

Druck in den Ohren kann auf verschiedene Arten entstehen. In einem Flugzeug, bei einer Bergwanderung oder unter Wasser – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Während wir bei den Veränderungen des Luftdrucks noch vergleichsweise gut reagieren können, müssen wir unter Wasser besonders gut aufpassen. Bereits unter der Wasseroberfläche beträgt der Umgebungsdruck 1 bar. Pro 10 Meter Wassertiefe kommt 1 bar hinzu. In 10 Meter Wassertiefe herrscht also bereits ein Wasserdruck von 2 bar. Unser Körper kann sich diesen Druckunterschieden nicht anpassen. Wir müssen die Differenz also selbst aktiv ausgleichen, um schwere Verletzungen in unserem Gehör zu vermeiden.

Wenn zu viel Druck herrscht

Was passiert, wenn wir den Druckausgleich nicht durchführen? Zuerst erkennen wir stechende Schmerzen im Ohr. Die Luft im Mittelohr wird zusammengepresst, ebenso das Trommelfell. Neben einem unangenehmen Druckgefühl führt das zu einem sogenannten Barotrauma des Mittelohrs, da die Schleimhaut des Mittelohrs Flüssigkeit abgibt. Wenn wir beim Tauchen Schmerzen empfinden, sollten wir also unbedingt wieder an die Oberfläche. Dabei sollten wir beim Auftauchen unbedingt die Regeln eines sicheren Tauchgangs befolgen. 

Was ist das Mittelohrbarotrauma?

Darunter verstehen wir eine der häufigsten Verletzungen beim Tauchsport, die sogar zu eingeschränktem Hörvermögen führen kann. Ausgelöst wird sie durch falsche Druckausgleichstechniken oder einen gänzlich fehlenden Druckausgleich. Setzen wir unsere Ohren großem Druck aus, kann es durch den Druckunterschied zwischen dem Gehör und der Umgebung zu Blutungen im Trommelfell kommen. Im schlimmsten Fall kann dort ein Loch entstehen. Befinden wir uns dann noch unter Wasser, strömt es in das Mittelohr. Das kann zu heftigen Schwindelgefühlen und Entzündungen führen.

Wie man richtig auftaucht

Wer unter Wasser Ohrenschmerzen bekommt, der sollte trotzdem nicht in Panik geraten. Auch beim Auftauchen kann es zu Verletzungen kommen, wenn wir den Druck nicht richtig ausgleichen. Hier spricht man davon, dass ein Überdruck im Mittelohr entsteht. Wenn die Luft nicht entweichen kann, drückt sie das Trommelfell nach außen. Auch bei der sogenannten Umkehrblockade kann es einreißen und zu den bereits erwähnten Verletzungen führen.

Tauchen will gelernt sein

Nicht umsonst ist Tauchen eine Sportart, die in verschiedenen Kursen ausführlich beigebracht wird. Das betrifft im Prinzip alle Varianten des Tauchsports. In jedem Fall gilt: Nur so weit abtauchen, wie der Druckausgleich noch spürbar funktioniert. Hier gibt es verschiedene Techniken, die wir anwenden können. Im Zweifelsfall sollten wir aber immer Vorsicht walten lassen. Ein Besuch bei einer*einem HNO-Spezialist*in vor und nach dem Tauchurlaub ist ebenfalls empfehlenswert.

Die Valsalva-Technik

Bei dieser Technik atmet man zuerst ein und hält Mund und Nase zu, bevor man behutsam ausatmet. Dadurch wird Luft in die Ohrtrompete gedrückt. Hört man ein leises Knacken, sind die Ohren frei und der Druckausgleich war erfolgreich. Diese Technik ist wohl die intuitivste und bekannteste.

Die Frenzel Methode

Wer sich schon mal am Gewichtheben versucht hat, wird mit dieser Methode erfolgreich sein. Man hält sich die Nase zu und gibt einen K-Laut von sich. Dazu spannt man die Muskeln an, als würde man gerade eine schwere Hantel heben wollen. Der hintere Teil der Zunge wird dabei mit dem Kehlkopf nach oben gedrückt. Das riegelt die Stimmbänder kurzzeitig ab und löst den Druck auf den Ohren.

Die Tonybee Methode

Sie ist der Valsalva-Technik recht ähnlich, aber anstatt sanft auszuatmen, wird der Druck durch eine Schluckbewegung gelöst. Dadurch entsteht eine Sogwirkung auf das Mittelohr. Durch den Druck der Halsmuskulatur werden beide eustachischen Kanäle geöffnet und der Druck auf die Ohren gemildert.

Was wir beim Tauchen noch beachten sollten

Die oben aufgelisteten Techniken können uns beim Druckausgleich immens unterstützen und so die Gesundheit unserer Ohren verbessern. Tauchen sollten wir trotzdem nur nach Absprache mit dem entsprechenden Fachpersonal und einer guten Tauch-Ausbildung. Auch bei gesundheitlich bester Verfassung müssen wir Pausen einhalten und auch genug Flüssigkeit zu uns nehmen. Wenn wir diese Aspekte berücksichtigen, steht dem Wassersport allerdings nichts im Weg.

Ist Ihre Hörstärke bereit für das kühle Nass?

Die Gesundheit unserer Ohren hat Priorität – daher empfehlen wir in jedem Fall ein unverbindliches Beratungsgespräch. Wir unterstützen Sie auf dem Weg zu Ihrer Hörstärke.

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