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Schränken Hörgeräte ein?

Besser leben - das Magazin

Schränken
Hörgeräte ein?

Autor*in

Carmen Scherbichler

Carmen Scherbichler

26.09.2023

Diese Frage kommt oft vor. Muss oder sollte man seine Hörgeräte beim Sport ablegen? Gibt es Sportarten, die man mit Hörgeräten nicht praktizieren darf? Wie sieht es mit Kampfsport oder Extremsport aus? Und gibt es eigentlich weitere Grenzen, die man mit Hörgeräten kennen muss? Schränken Hörgeräte also ein? Gleich vorweg: Wenn man einige Dinge beachtet, ist nahezu alles möglich – auch mit Hörgeräten.

Es kommt auf die Hörsysteme an

Viel hängt von der jeweiligen Art der Hörgeräte ab. Im-Ohr-Geräte und Hinter-dem-Ohr-Geräte haben unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen. Während Erstere kleiner und weniger sichtbar sind, bieten Letztere einen stabileren Halt, da sie sowohl über passende Otoplastiken verfügen als auch sicher hinter dem Ohr liegen. Da die Ohrstücke perfekt an das Ohr angepasst sind, können die Hörgeräte nicht so leicht verloren gehen. Je nach Modell und Ausstattung können Hörgeräte sogar zu einem gewissen Grad wasserfest sein. 

Da wir nach einem anstrengenden Workout mehr schwitzen als üblich, sollten die Hörgeräte nach jedem Training gereinigt werden. Gegebenenfalls müssen wir sie mit einem geeigneten Stirnband vor dem Schweiß schützen. Ist man besorgt, dass man die Hörgeräte verlieren könnte, kann man das Stirnband auch zum Fixieren benutzen. Damit bleiben die Hörgeräte an der richtigen Stelle.

Worauf muss man beim Sport achten?

Bei Sportarten, bei denen es zu Stößen kommt, ist es in vielen Fällen sicherer, sie vorher abzulegen. Beispielsweise bei Kampfsport, Ballsport oder Skisport. Achten wir darauf, dass wir die Hörgeräte vor Beschädigungen schützen, sind jedoch prinzipiell alle Sportarten möglich. In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, dass wir unsere Hörminderung offen ansprechen. Damit können Fitnesstrainer*innen und Sportfreund*innen uns unterstützen. Unter Umständen kann es empfehlenswert sein, sich gründlich nach dem passenden Fitnessstudio oder den richtigen Trainer*innen umzusehen. Wie auch im Berufsleben sollte beim Sport auf die persönliche Situation Rücksicht genommen werden. Klare Kommunikation, auf das Lippenlesen achten und die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, sollten auch beim Sport Standard sein – besonders wenn wir Hörgeräte tragen. Ein weiterer Tipp: Ersatzbatterien, Reinigungsspray und eine Aufbewahrungsbox in die Sporttasche packen. Damit sind wir auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Wie können wir unseren Alltag mit Hörgeräten leichter machen?

Nicht nur im Sport, sondern auch bei vielen anderen Gelegenheiten machen wir uns oft Gedanken, ob unsere Hörgeräte im Weg sein könnten. Viele dieser Sorgen sind jedoch unbegründet. Mit ein wenig Vorsicht und einem korrekt angepassten Ohrstück sitzen die Hörgeräte sicher im Ohr. Moderne Hörgeräte sind gegen Schweiß und Ähnliches gut geschützt und können damit bedenkenlos in den meisten Alltagssituationen getragen werden. Auch beruflichen Situationen sind wir gewachsen. In Branchen wie etwa einem Call-Center ist vielleicht mehr Unterstützung nötig, aber auch diese Arbeit ist machbar. Wir müssen jedoch darauf gefasst sein, dass wir bei Telefonaten und Gesprächen schneller ermüden. Auch in diesem Bereich ist die Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen ein sehr wesentlicher Punkt. Smarte Hörgeräte sind dafür eine mögliche Lösung, da sie sich etwa über Bluetooth direkt mit dem Telefonsystem verbinden lassen. 

Und welche Grenzen gibt es nun bei Hörgeräten?

Das können wir kurz zusammenfassen: Die Grenzen, die wir uns selbst auferlegen. Natürlich verändert sich mit Hörverlust einiges und mit diesen Veränderungen müssen wir auch ein paar Einschränkungen auf uns nehmen. Ein bisschen Zeit für neue Routinen, die Hörgeräte in den Alltag integrieren und unsere Hörstärke kommunizieren – um ein paar Beispiele zu nennen. Glücklicherweise gehört die Lebensqualität hier sicher nicht dazu. Sowohl sportliche Ambitionen als auch berufliche Ziele können wir verwirklichen – mit und ohne Hörminderung. Unsere Hörgeräte schränken also nicht ein. Und sie sind oft nicht zuletzt ein wesentlicher Schlüssel zu unserem Erfolg.

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