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Was genau ist ein Cholesteatom?

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Was genau ist ein
Cholesteatom?

 

Autor*in

Carmen Scherbichler

Carmen Scherbichler

22.05.2024

Bei einem Cholesteatom spricht man von einem Perl- oder Zwiebelgeschwulst im Mittelohr. Es ist recht selten und kennzeichnet eine einseitige, chronische und eitrige Entzündung des Mittelohrs, die zu einer langsamen Zerstörung der Gehörknöchelchen führt. Mittelohrentzündungen sind also einerseits Auslöser und Symptom. Welche weiteren Anzeichen und Behandlungsmethoden es gibt und wie wir unsere Hörstärke schützen können – das erklären wir jetzt.

Was löst ein Cholesteatom aus?

Der erste Auslöser ist eine Verletzung des Trommelfells. Die Ursachen dafür sind also sehr vielfältig. Diese Öffnung kann dafür sorgen, dass die Hautzellen des Trommelfells oder des äußeren Gehörgangs ins Mittelohr einwachsen und dort verhornen. Infolgedessen wird die Schleimhaut des Mittelohrs geschädigt und die Belüftung und der Sekretfluss aus dem Mittelohr gemindert. Die dadurch verursachte chronische bakteriell bedingte Entzündung führt unbehandelt letztendlich zum Abbau der Gehörknöchelchen und kann teilweise auch in das Innenohr durchbrechen. Das hat in weiterer Folge auch Auswirkungen auf unsere Hörstärke und unser Hörvermögen.

Welche Symptome löst das Cholesteatom aus?

Ein Cholesteatom zeigt sich als Erstes durch den Druck auf dem Ohr, der durch die entstehenden Blockaden im Gehörgang ausgelöst wird. Auch Ohrenschmerzen und übel riechender Ohrenausfluss können auftreten – unter Umständen auch mehrmals. Unbehandelt kann ein Cholesteatom zu einer Hörminderung bis hin zum kompletten Hörverlust führen. Zusätzlich können Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Fieber und sogar Lähmungserscheinungen im Gesicht auftreten. Vorangehend sind oft Mittelohrentzündungen, daher sollte man diese Symptome ebenfalls beachten. Dazu zählen stechende Schmerzen in den Ohren und bakteriell bedingter Ausfluss.

Wie läuft die Diagnose bei einem Cholesteatom ab?

Bei (wiederholten) Mittelohrentzündungen und bei Verdacht auf ein Cholesteatom sollte man auf jeden Fall aktiv werden. Die Diagnose selbst ist dabei vergleichsweise unkompliziert. Ein Cholesteatom kann bereits durch eine Untersuchung mittels Otoskop festgestellt werden. Der Defekt im Trommelfell und auch die einwachsenden Zellen sind so sichtbar und ein*e HNO-Ärzt*in kann anschließend mit einem zusätzlichen Tonaudiogramm den Grad des möglichen Hörverlustes messen. Auch eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie kann verwendet werden, um eine Schädigung besser einschätzen zu können.

Wie sieht die Behandlung eines Cholesteatoms aus?

Ein Cholesteatom muss unbedingt behandelt werden – je schneller, desto besser. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto einfacher können wir unsere Hörstärke schützen. Wird ein Cholesteatom diagnostiziert, ist oft eine Operation notwendig – entweder mit lokaler oder genereller Betäubung. Bei diesem Eingriff werden die Zellwucherungen im Mittelohr entfernt und das Trommelfell wird wieder verschlossen. Es kommt vor, dass bei einem Cholesteatom die Gehörknöchelchen und/oder das Trommelfell bereits stark angegriffen sind. In diesem Fall können sie durch eine sogenannte Tympanoplastik (bzw. chirurgische Wiederherstellung) wieder aufgebaut werden. Im Fall der Gehörknöchelchen gibt es auch Prothesen, die sie ersetzen können. Da es oft auch zu Ohrenentzündungen kommt, werden vor und nach der Operation auch Antibiotika angewandt. Die Prognose selbst ist bei einem Cholesteatom sehr gut. In vielen Fällen kann das Gehör erhalten oder sogar regeneriert werden. Das unterstützt auch unsere Hörstärke. Eine Operation kann allerdings nicht immer vermieden werden. Auch hier gilt, je früher ein Cholesteatom erkannt wird, desto besser ist die Heilungsprognose.

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